WIEN.100

Als Fotograf weiß ich, dass eine Änderung der Perspektive oft eine große Wirkung hat. Drohnenaufnahmen ermöglichen es, Ansichten zu bekommen, die von der Bodenperspektive aus nicht möglich sind. Im Mittelpunkt meines Projektes stehen besondere Orte, Momente und Stimmungen, die aus exakt 100 Meter Höhe und jeweils zur goldenen Stunde abgelichtet werden.

Tauchen Sie ein in die Welt von WIEN.100 und lassen Sie sich inspirieren von der Schönheit und Vielfalt, die sie einfängt.

DONAUINSEL UND ALTE DONAU

Juni 2026

.Die Donauinsel ist eine künstliche, 21 Kilometer lange Insel, die zwischen 1972 und 1988 als Hochwasserschutzanlage für Wien errichtet wurde. Flankiert wird sie vom Hauptstrom der Donau und der Neuen Donau. Die Alte Donau hingegen ist ein natürlicher Altarm, der im 19. Jahrhundert durch die Donauregulierung vom Hauptstrom abgetrennt wurde. Sie hat keine direkte Verbindung zum Fluss und ist ein stehendes Gewässer mit hervorragender Wasserqualität.

Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus

Juni 2026

Die Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus am Wiener Zentralfriedhof ist eines der bedeutendsten Bauwerke des Wiener Jugendstils. Das monumentale Gotteshaus wurde zwischen 1908 und 1911 nach den Plänen des Architekten Max Hegele errichtet und bildet das optische Zentrum der gesamten Friedhofsanlage. Die markante Kirche beeindruckt vor allem durch ihre gewaltige, 58,5 Meter hohe Kuppel und die prächtige Innengestaltung.

FRANZ-VON-ASSISI-KIRCHE

Juli 2026

Der Bau der Kirche wurde anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1898 initiiert, weshalb sie auch den Namen Kaiserjubiläumskirche trägt. Die offizielle Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1900 im Beisein des Kaisers und rund 100.000 Menschen. Der Entwurf stammte vom Architekten Viktor Luntz. Obwohl das Gebäude bereits 1910 weitgehend fertiggestellt war, zog sich die feierliche Einweihung durch den Ersten Weltkrieg und Verzögerungen bis zum 2. November 1913 hin.

Das monumentale Backsteingebäude bricht mit den typischen gotischen oder barocken Kirchenformen Wiens. Inspiriert von der Kölner Kirche Groß St. Martin wurde sie im rheinisch-romanischen Stil errichtet. Mit ihren markanten roten Ziegeldächern, drei massiven, bis zu 73 Meter hohen Türmen und der weithin sichtbaren Vierungskuppel erinnert sie optisch stark an ein märchenhaftes Schloss. Ein kurioses Detail sind die einfachen hölzernen Vordächer an den Eingängen, die ursprünglich nur als Baustellen-Provisorium gedacht waren, aber nie ersetzt wurden.

Ein besonderer kunsthistorischer Schatz ist die an das linke Querhaus angebaute Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskapelle. Sie wurde von der Gesellschaft vom Roten Kreuz gestiftet, um an die 1898 ermordete Kaiserin „Sisi“ zu erinnern. Das achteckige Bauwerk gilt heute als eines der bedeutendsten Jugendstil-Denkmäler Österreichs. Die Kapelle ist im Inneren prachtvoll mit großflächigen, goldenen Mosaiken im byzantinischen Stil dekoriert.

SCHLOSS BELVEDERE

März 2025

Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736), erfolgreicher Feldherr und Kunstliebhaber, ließ sich das Gartenpalais Belvedere von Johann Lukas von Hildebrandt als Sommersitz – damals vor den Toren der Stadt – erbauen. Das barocke Gesamtkunstwerk besteht aus zwei Schlössern (Oberes und Unteres Belvedere) und beherbergt heute österreichische Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

SCHLOSS SCHÖNBRUNN

Mai 2026

Das Schloss Schönbrunn war die einstige Sommerresidenz der Habsburger und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das prunkvolle Barockgebäude fasziniert durch seine gelbe Fassade, das ikonische „Schönbrunner Gelb“, und beherbergt 1.441 prächtige Räume. Bei einer Tour erleben Besucher die kaiserlichen Appartements von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Sisi sowie die prachtvollen Festsäle aus der Zeit Maria Theresias.

Der riesige Schlosspark umschließt die Residenz und verbindet barocke Gartenkunst mit weitläufigen Alleen, kunstvollen Statuen und dem monumentalen Neptunbrunnen. Ein besonderes Highlight im Garten ist die erhöht gelegene Gloriette, ein imposanter Triumphbogen, der einen Panoramablick über das gesamte Schlossareal und die Stadt Wien bietet. Zudem beherbergt die Anlage den Tiergarten Schönbrunn, den ältesten noch bestehenden Zoo der Welt.

WIENERBERG

Juli 2026

Die Geschichte des Wienerberges ist untrennbar mit der Ziegelherstellung verbunden, deren Grundstein schon die Römer mit dem Abbau der reichen Lehmvorkommen legten. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Areal unter Alois Miesbach und der Gründung der Firma „Wienerberger“ zum größten Ziegelproduzenten der Welt, dessen Baumaterialien die prachtvolle Wiener Ringstraße prägten. Nach dem Ende des industriellen Abbaus wurden die alten Lehmgruben in den 1980er-Jahren durch gezielte Renaturierung in das heutige, geschützte Erholungsgebiet verwandelt, während auf den verbliebenen Flächen die moderne Skyline der Wienerberg City entstand.

Der Wienerberg verbindet unberührte Natur mit urbanem Lebensgefühl und bietet ein einzigartiges Refugium direkt in der Stadt. Wo einst historische Ziegelwerke das Fundament für das klassische Wien legten, erstreckt sich heute ein weitläufiges, geschütztes Erholungsgebiet. Zwischen sanften Hügeln, schattigen Waldwegen und modernen architektonischen Akzenten finden Spaziergänger, Läufer und Naturliebhaber gleichermaßen ihren perfekten Rückzugsort vom hektischen Alltag.

Im Zentrum dieser grünen Lunge glänzt der Wienerbergteich, ein naturbelassener See und lebendiger Mittelpunkt des Areals. Das schimmernde Wasser ist von dichtem Schilf umgeben und beheimatet eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt. Ob beim entspannten Verweilen am Ufer, beim Beobachten der Tierwelt oder beim Genießen des malerischen Sonnenuntergangs – der See verleiht dem Wienerberg seine ganz besondere, beruhigende Magie.

HAUPTBAHNHOF

März 2025

Wien war als Zentrum der Habsburger Monarchie immer auch das logistische Zentrum des Vielvölkerstaates gewesen, der – Insignium der Macht und der Moderne – natürlich mehrere Bahnhöfe in der Metropole betreiben ließ. Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, Süd- und Ostbahn vor der großen Industrialisierung, Westbahn, Nordwestbahn, Franz-Josefs-, Aspangbahn und Verbindungsbahn Mitte des 19. Jahrhunderts: Das Gleisnetz führte in die Welt, es führte die Arbeiter um die Jahrtausendwende aus dem armen Osten in die Hauptstadt und die Sommerfrischler aus Wien in den Süden.

Das war einmal. Der neue Megabahnhof ist Wiens Zentralbahnhof und Tor zur Welt. Mit täglich 145 000 Passagieren und 1.100 Zügen, die auf 16 Bahnsteiggleisen verkehren, prägt er das Bild eines der lebendigsten Fernbahnhöfe Europas.

URANIA

März 2025

Die Urania wurde nach Plänen Fabianis 1909/1910 an der Mole des Wiener Donaukanals errichtet, wo die Wiener Ringstraße auf den Franz-Josefs-Kai trifft. Der mächtige Bau wurde von Kaiser Franz Josef persönlich eröffnet, was für die besondere Bedeutung des Gebäudes für die Hauptstadt spricht.

Die Initiative für den Bau kam vom Wiener Verein Urania, der nach den 1888 in Berlin und 1897 in Magdeburg gegründeten Vereinen ins Leben gerufen wurde, um „die Verbreitung der Freude an den Wissenschaften“ zu fördern. Vereine mit diesem Namen, der aus dem griechischen Wort Uranos – Vater des Himmels – abgeleitet wurde, wurden damals in ganz Europa nach der Idee Alexanders von Humboldt gegründet, der in Berlin mit öffentlichen Vorträgen über das Universum den Menschen die Naturwissenschaften näher bringen wollte

Der mächtige Bau der Urania hat die Form eines großen Schiffes, das am Ufer vor Anker liegt und sich den Blicken vom Fluss aus öffnet.

SONNWENDVIERTEL

MAI 2026

Das Sonnwendviertel im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten zählt zu den bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekten der Bundeshauptstadt im 21. Jahrhundert. Auf dem rund 34 Hektar großen Areal des ehemaligen Frachtenbahnhofs der ÖBB südlich des neuen Hauptbahnhofs ist ein moderner, urbaner Lebensraum für rund 13.000 Menschen entstanden. Bei der Realisierung wurde ein starker Fokus auf geförderten Wohnbau, innovative „Smart-Wohnungen“ sowie gemeinschaftliche Baugruppenprojekte gelegt. Neben rund 5.500 Wohneinheiten beherbergt das Viertel großzügige Büroflächen für etwa 20.000 Arbeitsplätze, einen modernen Bildungscampus sowie eine umfassende Nahversorgung mit Geschäften, Cafés und Arztpraxen.

Das grüne und soziale Herzstück des autofreien Stadtteils bildet der rund sieben Hektar große Helmut-Zilk-Park, der als zentrale Erholungsfläche für die Bewohnerinnen und Bewohner dient. Der Park bietet weitläufige Wiesen, einen Motorikpark, Spielplätze und ein integriertes Parkcafé, wodurch die Lebensqualität im Grätzel maßgeblich gesteigert wird. Ein weiteres architektonisches Highlight sind die sogenannten Quartiershäuser im östlichen Teil des Viertels, die im Erdgeschoss eine offene, publikumswirksame Nutzung wie Ateliers oder Kulturstätten vorschreiben, um eine lebendige Nachbarschaft zu fördern. Durch die hervorragende Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, unter anderem durch die Verlängerung der Straßenbahnlinie D, ist das Viertel optimal mit dem Stadtzentrum vernetzt.

GASOMETER

März 2025

Die Gasometer sind faszinierende Denkmäler einer längst vergangenen Zeit. 1896-1899 errichtet, hatten die Bauwerke bis 1986 ihre ursprüngliche Funktion als Gasspeicher erfüllt. Danach wurde es still um die vier Gasriesen – sie verfielen in einen langen Dornröschenschlaf. Erst in den 1990er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde laut über eine neue Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Bauwerke nachgedacht. 1999 – also gut hundert Jahre nach der ersten Geburt – wurde der Startschuss für ein außergewöhnliches Projekt gegeben: der Umbau zu einem modernen Wohn- und Geschäftszentrum.

Der französische Stararchitekt Jean Nouvel wollte das Innere des Gasometer A nicht verbauen, sondern ihn mit einem eigenen Baukörper aufwerten. Ihm war es wichtig, visuelle Leichtigkeit durch die Verwendung von Glas und spiegelndem Stahl zu vermitteln und eine Synergie zwischen der alten bestehenden Außenmauer des Gasometers und der neuen Konstruktion zu schaffen.

Das markante Erkennungszeichen des Gasometer B ist der nördlich angelehnte Zubau in Form eines Schildes. Architekt Wolf D. Prix vom Team Coop Himmelb(l)au wollte mit diesem Projekt moderne Akzente in den Gasometern setzen und das Gebäude durch den markanten Zubau («Schild») in seiner nutzbaren Wohnfläche vergrößern.

Der Gasometer C, ausgestaltet von Manfred Wehdorn, besticht in mehrfacher Hinsicht: traditionelle Wiener Bauweise, viel Grün und ein Platz der Geselligkeit. Ein groß angelegter treppenförmiger Hof in Form eines Atriums ist das Zentrum des Gasometer C. Das ermöglicht Lichteinfall bis in die unteren Etagen im Innnehof.

Architekt Wilhelm Holzbauer ging als einziger den umgekehrten Weg. Er verbaute den Gasometer von innen nach außen, in Sternform. So entstanden drei Innenhöfe mit Gärten in 35 Metern über der Straße und Blick über Wien.

STUWERVIERTEL

April 2025

Das Wiener Stuwerviertel, ein faszinierendes und dynamisches Viertel im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt, stellt einen einzigartigen Schnittpunkt von Geschichte, Kultur und urbanem Leben dar. Der Stadtteil ist nach Franz Stuwer benannt, einem bedeutenden Unternehmer, der im 19. Jahrhundert lebte und das Viertel maßgeblich prägte. Ursprünglich als Arbeiterviertel konzipiert, um den Zuzug von Arbeitskräften, die in den nahegelegenen Fabriken und am Hafen arbeiteten, zu unterstützen, hat sich das Stuwerviertel im Laufe der Zeit zu einem vielschichtigen und multikulturellen Stadtteil entwickelt.

Die Architektur ist geprägt von einer Mischung aus historischen Zinshäusern, die aus der Gründerzeit stammen, und moderneren Wohngebäuden. Diese architektonische Vielfalt spiegelt die sozioökonomischen Veränderungen im Viertel über die Jahrzehnte wider. Besonders bemerkenswert ist das Ensemble aus roten Ziegelbauten, die in den 1920er Jahren unter dem Einfluss des sozialen Wohnbaus entstanden. Menschen aus über 100 verschiedenen Nationen leben hier, was sich in der Vielfalt der Restaurants, Geschäfte und kulturellen Einrichtungen widerspiegelt.

HAFEN WIEN

Juli 2026

Der Hafen Wien ist das größte Güterverkehrszentrum in Österreich und ein zentraler Knotenpunkt für den internationalen Warenhandel. Durch seine strategische Lage an den drei großen transeuropäischen Schienenkorridoren und der Wasserstraße Donau verbindet er die Nordseehäfen mit dem Schwarzen Meer und der Adria. Auf einer Fläche von rund drei Millionen Quadratmetern werden in den drei großen Hafenbecken Freudenau, Albern und Lobau jährlich Millionen Tonnen an Gütern wie Schüttgut, Fahrzeuge und Container umgeschlagen.

Als moderne Logistikdrehscheibe kombiniert der Hafen die Verkehrsträger Schiff, Bahn und Lkw optimal miteinander, wobei der Fokus stark auf umweltfreundlichem Schienentransport liegt. Neben den reinen Umschlagleistungen bietet das Areal Platz für über 100 angesiedelte Unternehmen und verfügt über spezialisierte Einrichtungen wie das größte Autoterminal der Region sowie ein hochmodernes Containerterminal. Durch kontinuierliche Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit sichert der Hafen Wien die effiziente Nahversorgung der Hauptstadt und stärkt gleichzeitig die Position Österreichs im globalen Logistiknetzwerk.

VIERTEL ZWEI

April 2025

Einen Steinwurf vom Wiener Prater beginnt das VIERTEL ZWEI an der U-Bahn-Station Krieau. Sein Herzstück bildet ein künstlicher See mit Stegbrücke, in dem sich die markanten Bauten spiegeln. Noch vor 20 Jahren hätte niemand gedacht, dass das unzugängliche Brachland zwischen Ernst-Happel-Stadion und Wurstelprater eines Tages zu einem Paradebeispiel der Wiener Stadtentwicklung wird. Das Viertel Zwei, das Gelände der WU und die Messe Wien sowie der Praterbilden heute einen neuen Lebensraum, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereint.

Die Gesamtkreation ist nicht nur das Werk von zahlreichen natio­na­len und internationalen Architekt:innen, sondern auch des Bundesdenkmalamtes. Denn hier ist nicht alles neu, was glänzt. Auf dem geschichtsträchtigen Areal blieben auch viele historische Bauten erhalten. Dazu gehören unter anderem die denkmal­geschützten Stallungen und die Tribünen der Trabrennbahn Krieau – diese zählen zu den ersten Stahlbeton-Bauten im Jugendstil und wurden zwischen 1912 und 1914 von Otto Wagners Schülern Marcel Kammerer, Otto Schönthal und Emil Hoppe realisiert. 2021 wurde ihnen neues Leben eingehaucht. Jetzt werden sie als hochmoderne Büros genutzt. Auch Rennen finden heute noch statt.

HAPPELSTADION

Juli 2026

Das Ernst-Happel-Stadion im Wiener Prater, ursprünglich als Praterstadion bekannt, blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück, die eng mit der Wiener Moderne verknüpft ist. Entworfen von dem renommierten deutschen Architekten Otto Ernst Schweizer, wurde die Sportstätte nach einer knapp zweijährigen Bauzeit am 11. Juli 1931 im Rahmen der 2. Arbeiter-Olympiade feierlich eröffnet. Zu dieser Zeit galt die Anlage wegen ihrer damals modernen Bauweise aus Stahlbeton und innovativer Entfluchtungswege als eines der fortschrittlichsten Stadien Europas. Ein dunkles Kapitel erlebte die Arena während der Zeit des Nationalsozialismus ab 1939, als sie von der Wehrmacht als Kaserne und von der Gestapo als temporäres Sammellager für die Deportation jüdischer Bürger missbraucht wurde.In der Nachkriegszeit wurde das Stadion schrittweise modernisiert und ausgebaut, um den wachsenden Anforderungen internationaler Großereignisse gerecht zu werden.

Ein erster Meilenstein war die Errichtung des zweiten Rangs im Jahr 1956 durch den Architekten Theodor Schull, wodurch die Kapazität temporär auf über 90.000 Zuschauer anstieg, gefolgt von einer umfassenden Komplettüberdachung in den 1980er Jahren. Nach dem Tod der österreichischen Fußball-Legende Ernst Happel im Jahr 1992 wurde die Spielstätte ihm zu Ehren in Ernst-Happel-Stadion umbenannt. Neben seiner Funktion als Heimstätte des Nationalteams und Austragungsort historischer Spiele, wie dem Finale der Europameisterschaft 2008, hat sich das größte Stadion Österreichs auch als eine der bedeutendsten Open-Air-Bühnen des Landes für weltweite Musikstars etabliert.

In sportlicher Hinsicht ist das Ernst-Happel-Stadion untrennbar mit historischen Bestmarken und dramatischen Fußballabenden verknüpft, die bis heute als Meilensteine der österreichischen Sportgeschichte gelten. Den absoluten Zuschauerrekord stellte ein Wiener Derby zwischen Rapid und Austria am 30. Oktober 1960 auf, bei dem die Ränge mit der historischen Rekordzahl von 91.000 Besuchern restlos überfüllt waren. International erlangte das Praterstadion weltweite Aufmerksamkeit als prestigeträchtiger Austragungsort von insgesamt vier Endspielen des Europapokals der Landesmeister bzw. der UEFA Champions League, darunter das legendäre Finale von 1987, in dem der FC Bayern München dem FC Porto durch ein berühmtes Fersler-Tor von Rabah Madjer unterlag. Ein weiterer historischer Höhepunkt folgte im Sommer 2008, als das Stadion als Hauptspielort der Fußball-Europameisterschaft fungierte und die Kulisse für das packende Finalspiel bot, in dem sich Spanien gegen Deutschland zum Europameister krönte.

SCHLEUSE NUSSDORF

April 2025

Die Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage ist eine Welt für sich. Diese kleine, dem 20. Wiener Gemeindebezirk vorgelagerte Insel schützt die Wiener Innenstadt dank ihrer Wehranlage vor Hochwasser und dient als Tor zum Donaukanal. Dass Wiens legendärer Stadtplaner Otto Wagner am Bau der Anlage beteiligt war, ist am Stil der auf die Insel führenden Schemerlbrücke und des Verwaltungsgebäudes leicht zu erkennen.

Staatstragend kam die Schleuse einst daher mit zwei großen Löwenfiguren als Pylonen aus Bronze, abgeleitet von chinesischen Wächterlöwen. Otto Wagner  sah das Wehr als Stadttor und baute repräsentativ mächtig. Die Lage: exponiert, an der Abzweigung des Donaukanals vom großen Strom in die Stadt.

FERNWÄRMEWERK SPITTELAU

April 2025

Die Müllverbrennungsanlage in der Spittelau wurde 1971 eröffnet. Nach dem Großbrand im Mai 1987 sollte die Anlage neu gebaut und auf den technisch letzten Stand gebracht werden. Der damalige Wiener Wohnbaustadtrat Johann Hatzl, unter dessen Ägide auch das Hundertwasserhaus im dritten Bezirk errichtet wurde, brachte den Architekten Friedensreich Hundertwasser für die Planung des Neubaus der Müllverbrennungsanlage ins Spiel. Hundertwasser, der sich stark im Umweltschutz engagierte und „die Wegwerfgesellschaft“ anprangerte, lehnte anfangs allerdings ab. Warum? Der Architekt wollte zunächst alle Wege zur Abfallvermeidung ausschöpfen. Er konnte schließlich doch überzeugt werden, weil modernste Technik zum Einsatz kam und er zur Einsicht gelangte, dass es ohne Müllverbrennung gar nicht geht.

Die Planungen, die Hundertwasser sogar kostenlos übernahm, begannen 1988. Aus dem ursprünglich unscheinbaren Zweckbau wurde ein fröhliches und nachhaltiges Gebäude, das alle Erwartungen sprengte und bis heute als Symbol für den Umweltschutz in Wien gilt. Die Müllverbrennungsanlage bekam Dachbegrünungen, unebene Böden, mit echtem Gold verzierte Kuppeln, bunt bemalte Wände und viele kunstvolle Ornamente. „Markenzeichen“ ist eine goldene Kugel am 126 Meter hohen Schlot, unter dem drei Horste für Turmfalken eingebaut wurden. Berühmt ist auch eine große Verzierung in Form eines Kapperls. Angeblich soll Hundertwasser nach einer Meinungsverschiedenheit mit dem Bauherren gesagt haben, er „haue den Hut drauf.

Dieser spektakuläre Industriebau sollte nach Hundertwassers Vision ein Beispiel für eine harmonische Symbiose von Technik, Ökologie und Kunst sein, ein Mahnmal für das Bedürfnis nach einer abfallfreien Gesellschaft.

Sind Sie am Projekt interessiert?

Dann schreiben Sie mir!

© Copyright - 2026 Gerd W. Götzenbrucker